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Outdoor Lifecoaching Bericht

Heute hatte ich eine Outdoor-Lifecoaching Session mit Andrea aus Weinheim.

Andrea ist Abteilungsleiterin und spielt Tischtennis in der 3. Bundesliga Frauen Süd um die Meisterschaft.

An Ihrem Gesichtsausdruck merkte ich, dass irgend etwas nicht stimmte.

Erst als ich Ihr die Hand reichen wollte, merkte ich was los war.

Ihr Daumen war professionell bandagiert.

Na hast Du einen Handstand probiert? Wollte ich sie ein bisschen aufheitern und erfuhr, dass unter dem Verband ein mit 7 Stichen genähter Schnitt von einer Glasscherbe verborgen war.

Nachdem ich erfahren hatte, wie das genau passiert ist, fragte ich: Und was war in den Tagen vor der Verletzung bei Dir los?

Und dann kullerten auch schon die ersten Tränen.

Ihr geliebte Patentante war unerwartet gestorben, was ein sehr großer Verlust für sie war.

Nachdem sie mir hier die Details geschildert hatte fragte ich: Hat Dich das an ein früher ähnliches Erlebnis erinnert?

Jetzt brachen erst mal die Staudämme.

Da standen wir im einsetzenden Nieselregen in der Saukälte, sie schluchzte und heulte und versuchte sich mit der unverletzten Hand die Tränen aus den Augen zu wischen.

Als sie sich einigermaßen gefangen hatte, erzählte Sie mir vom Tod ihrer Oma, der sie genauso kalt erwischt hatte.

Zudem hatte sie kurz davor einen versprochenen Besuch bei der Oma sausen lassen. Insgeheim wusste sie, welche Enttäuschung das für die alleine lebende Oma war.

Die Oma war noch richtig fit und niemand hätte damit gerechnet, dass sie von heute auf morgen sterben würde.

„Aber das ist doch Scheiße“ schluchzte sie irgendwann.

„Was genau?“ wollte ich wissen.

„Was nutzt es mir jetzt, dass ich weiß, wieso ich mir in den Finger geschnitten habe?“

„Das hilft mir weder bei der Verletzung noch bei meinem Verlust!“

„Da hast Du nicht ganz unrecht!“ bestätigte ich ihre Schlussfolgerung.

„Lass uns mal los laufen, vielleicht können wir wenigstens ein winzig kleines bisschen etwas ausrichten in diese trostlose Situation“.

Ich war froh, dass dies nicht unsere erste gemeinsame Outdoor-Lifecoaching Session war.

So hatte sie schon wiederholt erfahren, was die Basics von Outdoor-Lifecoaching bringen. Einfach in dem man los geht und sich in Bewegung setzt, bringt man schon den ersten Stein ins Rollen.

Man startet einen Mini-Flow, wenn er auch noch so klein scheint.

Normalerweise beginne ich eine Outdoor-Lifecoaching Session mit 10 Minuten Shinrin Yoku (jap. Waldbaden).

Dabei nutzen wir das Geheimnis von Naturvölkern, um unseren voll automatischen Gedankenstrom zum versiegen zu bringen und mit der ganzen Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Augenblick anzukommen.

Das tut mir genauso gut wie den Teilnehmern.

Aber jetzt, mit einem frisch genähten Daumen und einer gestorbenen Patentante, war das ein zu hoher Schwierigkeitsgrad, das war mir klar.

Wobei ich denke, dass es zumindest beruhigende Wirkung gehabt hätte.

Ich entschied mich jedoch für eine Version von Koyote Teaching für so eine Situation.

Koyote Teaching bedeutet, dass ich nur einfache Fragen stelle. Ich werte in keiner Weise aus was der Teilnehmer sagt, mache keine Lösungsvorschläge und gebe keine Antworten.

Hier das Feedback, das Andrea heute Abend gemailt hat.

Hi Ralf,

ich bin gut zuhause angekommen.

Es geht mir schon um Welten besser. Auf dem Rückweg habe ich mich erwischt, wie ich bei einem Lied im Radio angefangen habe mitzusingen.

Das war echt der Hammer, was wir heute gemacht haben. Unglaublich was das bewirkt hat.

Der Sch… Daumen pocht noch ab und zu. Aber egal.

LG

Andrea

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