fbpx

Ändere Deine Atmung, ändere Dein Leben

Stell Dir vor, Du bis mit dem Fahrrad unterwegs und ein Bus oder LKW nimmt Dir unerwartet die Vorfahrt, so dass Du richtig erschrickst.

Atmest Du ein oder aus?

Richtig – ein.

Das macht das vegetative Nervensystem vollautomatisch. Das ist das Nervensystem, das auch die Atmung und den Herzschlag usw. kontrolliert.

In so einer Schrecksituation erhöht es die Herzfrequenz und den Blutdruck usw. Es aktiviert den urzeitlichen „Fliehe oder Kämpfe“- Instinkt.

Der selbe Modus wird in abgeschwächter Form auch im Alltagsleben oft aktiviert.

Wenn zum Beispiel Dein Handy eine Nachricht signalisiert. – Atmest Du dann ein oder aus?

Wenn Dich jemand oder etwas so richtig ärgert und richtige Wut in Dir aufsteigt, presst Du die Lippen zusammen und atmest lange und tief ein. Herzfrequenz und Blutdruck steigern sich – gleich „explodierst“ Du.

Das ist ein reinrassiger Reiz-Reaktions-Mechanismus. Wer will, kann Dich „reizen bis aufs Blut“ und Du bist dagegen machtlos.

Leider überwiegt der Einatmen-Reflex bei den meisten Menschen im Alltagsleben.

Wir atmen ca. 23.000 Mal an einem Tag. Da kann sich einiges aufsummieren.

Es gibt aber auch einen gesunden Gegenspieler zu diesem urzeitlichen „Fliehe oder Kämpfe“ Modus.

Stell Dir vor, Du möchtest Dich mit jemandem verabreden, der Dir viel bedeutet. Du traust Dich fast nicht, weil Du angst hast, eine Absage zu erhalten.

Wider erwarten kommt erst mal gar keine Antwort.

Dann kommt die Antwort: „Ja, sehr gerne!!“

Atmest Du jetzt ein oder aus?

Genau – aus!

Das vegetative Nervensystem entspannt jetzt den ganzen Körper und senkt Herzfrequenz und Blutdruck. Vollautomatisch.

Diesen Effekt erleben wir weniger häufig im Alltag.

Die Frage ist, wie fördernd ist dieses Ungleichgewicht für unsere Gesundheit und unser Lebensgefühl.

Du kannst Sport treiben, Wasser trinken und Dich gesund ernähren, die Wirksamkeit dieser Maßnahmen hängt stark davon ab, welcher der beiden Modi Deinen Alltag dominiert.

Das Tolle ist, dass Du diese beiden Modi auf Kommando selbst aktivieren und deaktivieren kannst.

Der Schlüssel dazu ist Deine Atmung.

Der Ablauf, der die beiden Modi aktiviert, funktioniert auch in die umgekehrte Richtung.

Wenn Du beim Fahren (Fahrrad, Auto, Motorrad) erschreckst, atmest Du ein und verkrampfst. Dabei streckst Du u.a. die Ellbogen durch und hältst die Luft an.

Jetzt kannst Du einen „Reset-Button“ drücken, in dem Du die Ellbogen abwinkelst und kurz ein und langsam ausatmest.

Der Rest vom Köprer entspannt sich, die Herzfrequenz senkt sich und Du wirst auch mental wieder „locker“ und der Flow-Zustand beim Motorradfahrern wird reaktiviert.

In vielen Sportarten verwenden die Profis solche einfachen Tricks.

Motorrad Rennfahrer verwenden u.a. ein Lockern des Unterkiefer,s als Entspannungs-Impuls. Dabei lassen Sie den Unterkiefer entspannt runterfallen, so dass der Mund offen steht und achten auf gleichmäßige Atmung.

Also Unterkiefer und Schultern hängen lassen, Ellbogen abwinkeln und ausatmen.

Probier das jetzt mal zum Spaß aus.

Los, mach mal bevor Du jetzt weiter liest.

Hast Du bemerkt, was mental passiert ist?

Für einen Moment war Dein Gedankenstrom abgerissen und Du warst mit 100% Deiner Aufmerksamkeit in der Gegenwart.

In diesem Geisteszustand kannst Du in Echtzeit reagieren. Du kannst Dich voll auf Deine Intuition verlassen und brauchst nicht darüber nachzudenken.

Wenn Du gut darin bist, hat der urzeitliche „Fliehe und Kämpfe“ Instinkt keine Chance und Du bleibst in dieser überlegenen Gelassenheit, egal was passiert. Nichts und niemand kann Dich reizen.

Hier mal eine sehr einfache Übung, um den Gedankenstrom abzuschalten.

Fokussiere mit Deinem Blick einen beliebigen Punkt.

Atme durch die Nase für ca. 3 Sek. ein und blase die Luft langsam (7-8Sek) durch den Mund wieder aus, so wie wenn Du einen Löffel heißer Suppe abkühlen willst. Achte dabei auf das Geräusch des Atmens.

Richtig ausgeführt, kann man regelrecht einen klaren Kopf davon bekommen.

Wenn Du das ein paar mal wiederholst, kannst Du zwischen Ein- und Ausatmen auch längere Zeit mit Atmen aussetzen. Im Liegen oder auf einem Liegestuhl kannst Du damit die Herzfrequenz erheblich reduzieren. Blutdruck sowieso usw.

Mit dieser Technik trainieren übrigens Abnoetaucher. Sie tauchen bis zu 7 Minuten ohne Sauerstoff-Flasche.

Der Weltrekord mit dem Kopf unter Wasser und ohne Sauerstoff, liegt bei 23 Minuten.

Jetzt wieder zurück zum Alltagsleben von Dir und mir.

Nur mit dieser einfachen Übung kannst Du Dein Denken, Dein Nervensystem und den Körper steuern und regenerieren.

Wenn Du das 2-3 Mal am Tag machst, kann das Dein ganzes Leben verändern.

Mit einer Mind-Stretching Übung, die ich in meinem Buch beschreibe, kannst Du das ganze noch mehr intensivieren.

Dazu machst Du zuerst 3x dieses ein- und ausatmen.

Zusätzlich spannst Du beim Ausatmen alle Muskeln an. Nach dem Ausatmen entspannst Du alle Muskeln komplett. Dann 3 Sek. einatmen, dann alles anspannen und durch den Mund 7-8 Sek. ausatmen.

Das Ziel dabei ist der vollkommen gedankenfreie und klare Kopf.

Nach dem dritten Mal ausatmen bleibst Du entspannt und aktivierst die Vorstellung, dass alles in Ordnung ist in diese Moment. Atme dabei entspannt weiter wie bisher.

Alles ist in Ordnung in diesem Moment!

Das kannst Du Dir gedanklich selbst sagen, mit einem Coach/Trainingspartner ist es noch besser.

Du aktivierst das Konzept und das Gefühl von „Alles ist in Ordnung in diesem Augenblick“.

Normalerweise sollte das auf Anhieb klappen. Vielleicht musst Du ein paar Mal probieren, um das Maximum herauszuholen.

Das Lernen und jede Anwendung dieser Übung dauert nur ein paar Minuten.

Mit der Zeit verinnerlichst Du dieses Konzept und Feeling von „Alles ist in Ordnung“ und kannst es immer besser auf Kommando aktivieren.

Mit weniger als einer handvoll solcher Übungen, kannst Du körperlich, emotional und mental Dein Leben verändern.

Create yourself!

 

Ralf Stofer
(Buchautor und Outdoor Lifecoach)

Comments 2

Write a comment

Diese Website verwendet Cookies und persönliche Daten, um eine die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.