Gateways to Now (von Eckhart Tolle)

Das Dilemma der Menschheit ist seit unendlich langer Zeit, dass wir uns fast ausschließlich mit unserem Denken identifizieren.

Wenn man auf die Natur des menschlichen Denkens schaut, ist das Erste, was einen ins Gesicht springt, das dieses Denken extrem aktiv ist.

Es läuft und läuft und stoppt fast niemals.

Es ist ein fortlaufender Strom von Gedanken, der einem durch den Kopf geht.

Das ist ein „Geräusch“, das Du scheinbar nicht ausschalten kannst.

Die große Mehrheit unserer Gedanken wiederholen sich andauernd. Und ein großer Anteil davon ist vollkommen unnötig.

Dieses Denken ist nicht auf einen bestimmten Zweck ausgerichtet.

Es adressiert nichts spezielles, das jetzt im Moment erledigt werden muss.

Es ist einfach permanent da.

Das ist eine mentale Geräuschkulisse.

Ob Du das willst oder nicht, ob Du es gut oder schlecht findest, Du bist dazu verdammt mit einer mentalen Geräuschkulisse im Kopf zu leben.

Das ist so normal, dass praktisch niemand in Frage stellt, dass man sein Denken nicht stoppen kann.

Manche Gedanken sind sicher in Ordnung und es gibt sicher ein paar angenehme Gedanken, aber die meisten Gedanken sind problematisch.

Du kannst Dein eigenes Denken beobachten, um zu sehen wie häufig das Denken Probleme betrifft.

In den meisten Fällen sind das keine Probleme, die real und tatsächlich das Hier und Jetzt betreffen. Es sind Probleme, die in und durch die mentale Geräuschkulisse generiert werden.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Du besorgt bist.

Du liegst gut beschützt im warmen Bett, alles ist still und Du atmest, aber Du machst Dir Sorgen.

Die mentale Geräuschkulisse ist in einem Zustand von Hyperaktivität.

Das alles ist total normal. Und wenn das alles wäre, wäre es schon schlimm genug. Wir sind fortlaufend in der mentalen Geräuschkulisse gefangen und sind nicht in der Lager herauszukommen.

Aber es ist noch viel schlimmer als das, weil die mentale Geräuschkulisse heutzutage in einem sehr frühen Alter startet.

Nach einer Weile ist Dein Gefühl von Selbst, der Kern von dem wer Du bist, Deine Identität, das grundlegende Erspüren von „Ich“, mit dieser Denkaktivität verknüpft.

Wenn Du Dir selbst sagst wer Du bist, kommt ein mentales Bild zum Vorschein, von dem Du denkst, das Du es wärst.

Du kannst beobachten, dass eine Menge von Deiner Denkaktivität mit „Ich“ zu tun hat.  Das „Ich“ im Kopf.

Das Bild von dem Du denkst, Du wärst das.

„Ich und meine Probleme.“

Sehr viele Gedanken fokussieren auf Dich und Deine Probleme und wie Du aus diesen heraus kommst. Wie Du diese lösen willst.

Das Denken realisiert nicht, dass seine Aktivität selbst, zu einem großen Anteil diese Probleme kreiert.

Es sagt: Nein ich denke so hart und ich sorge mich so sehr, weil ich für mein Leben verantwortlich sein muss.

Wenn ich aufhöre mich zu sorgen und aufhöre über mich und meine Probleme nachzudenken, wird alles mögliche passieren. – Mein Leben wird kollabieren.

Das Suchen seiner Identität in und durch Denken ist normal.

Wenn Du „Ich“ sagst, verweist dies normalerweise auf die verstand-basierte Empfindung von Dir selbst.   (Ich ist wahrscheinlich das meist verwendete Wort in unserer Sprache).

Das „Ich“ das ich denke, das „Ich“ es wäre.

„Ich“ und „meine“ Geschichte, an der ich fast unaufhörlich herumknabbere.

Es gibt die berühmte Aussage von dem Philosophen Descartes.

Er wollte herausfinden, was die am tiefsten liegende Wahrheit der menschlichen Existenz ist.

Ich denke, also bin ich!

Das war Descartes Schlussfolgerung.

Er setzte Denken mit Sein gleich.

Selbst in dieser längst vergangenen Zeit war es normal, wer Du bist mit Deiner Denkaktivität gleichzusetzen.

Ist der Kern von dem, was Du bist, der Kern Deiner Identität, der Inhalt von Deinem Verstand und die damit verbundenen Emotionen, die im Körper den Inhalt des Denkens reflektieren, ist das der Kern von dem, wer Du bist?

Du liest diesen Text, weil Du erforschen möchtest, ob es noch etwas darunter liegendes, tiefer greifendes gibt als Gedanken und Emotionen.

Eine Lebensgeschichte beginnt in der Kindheit,  im Alter von 1 1/2 oder 2 Jahren, wenn das Kind anfängt zu sprechen.

Eines der ersten Dinge die es lernt, ist es, den eigenen Namen zu sprechen.

Die Erwachsenen fragen es laufend nach seinem Namen und es lernt seinen Namen zu wiederholen und lernt, seinen Namen mit dem gleich zu setzen wer es ist.

Das hört sich ziemlich harmlos an und natürlich ist das unvermeidbar.

Ich sage nicht, dass man einem Kind nicht seinen Namen sagen sollte.

Aber Du kannst sehen, dass es da einen Wandel von dem Einjährigen, dessen Verstand noch nicht ausgeprägt ist, der sich aber bewusst ist, dass es Andere gibt und eine Umgebung, in der er sich befindet und Sinneswahrnehmungen.

Aber Denkprozesse und konzeptionelles Denken hat noch nicht begonnen oder ist noch nicht sehr ausgeprägt.

Das Kind hat noch keine Worte im Verstand akkumuliert.

Diese mentalen Akkumulierungen haben noch nicht gestartet.

Du kannst in die Augen eines Einjährigen schauen und etwas von unglaubliche Reinheit, Lebendigkeit und Leuchten schaut auf Dich zurück.

Da ist Bewusstsein, das durch diese Kinderaugen zu Dir schaut.

Der Name ist nicht ausreichend, es müssen noch mehr Dinge hinzugefügt werden, die mit dem Namen verknüpft sind.

Du kannst auf Deinen Namen, als Etikett schauen, das einen Container oder einen Korb mit weiteren Inhalten beschriftet und weiteren mentalen Inhalten, mit denen Du Dich identifizierst.

Erfahrungen, Meinungen, die Meinung Deiner Eltern wer Du bist. Das ist sehr wichtiger Inhalt für wer Du bist.

Wenn Deine Eltern Dir sagen, dass Du ein langsamer Lerner bist, legst Du das in den Container auf dem Dein Name steht.

Wenn dieser Inhalt erst einmal in diesem Container ist, ist es extrem schwierig das wieder los zu werden.

Weitere Inhalte, wie Erfahrungen, Wissen, Leiden, Leute die Du kennst, kultureller Hintergrund, viele solcher Dinge formen den Inhalt von Deinem Denken. Und all das wird von Deinem Namen zusammen gehalten.

Diese Inhalte wurden dem Namen hinzugefügt.

Deine Identität als „ich“ wird stärker.

Nach etlichen Jahren hinzufügen von Inhalten, denkt Du, Du weißt wer Du bist.

Aber es ist niemals richtig ausreichend.

Und das nicht nur für junge Leute. Wenn Du älter wirst, findest Du heraus, dass Deine Empfindung von „Selbst“ sich sehr selten als vollständig anfühlt.

Und dann, nur für ein paar kurze Momente sagst Du zu Dir : Ich bin nicht genug jetzt.

Das ist der grundlegende Glaube, eines auf den Verstand gegründetes Empfinden, von „Selbst“.

Und auf der Ebene von tun ist das natürlich wahr. Denn es ist immer soviel mehr, was Du tun könntest.

Es gibt unzählig viele Dinge, die Du tun könntest, aber dafür ist einfach nicht genug Zeit.

Selbst wenn Du für 1000 Jahre leben würdest, könntest Du nicht alle die Dinge tun, die Du möglicherweise tun könntest.

Schlussendlich wählst Du eine oder mehrere Hauptaktivitäten und damit schließt Du viele andere Möglichkeiten aus.

Oder Du versuchst zu irgendeinem projizierten Ziel zu gelangen. Der höchste Punkt in Deinem Beruf oder was auch immer.

„Ich muss dahin kommen, um vollständig ich selbst zu sein!“

„Ich brauche diese Anerkennung!“

Und Du arbeitest für viele Jahre darauf hin.

Vielleicht schaffst Du es, vielleicht auch nicht.

Viele schaffen es nicht, weil nicht jeder triumphieren kann.

Du kannst es nur schaffen, oder in anderen Worten, Deine Empfindung von „Selbst“ erweitern, in den Augen der Welt, in dem Du es schaffst. Aber nur wenn viele Andere es nicht schaffen.

Ansonsten macht es keinen Sinn, es funktioniert sonst nicht mehr. Es zu schaffen, würde bedeutungslos werden, wenn jeder es schaffen könnte.

Klar, Du möchtest Dir selbst und Deinem Verstand sagen, dass Du es geschafft hast. Und wahrscheinlich werden viele andere es Dir bestätigen, dass Du es tatsächlich geschafft hast.

Aber wenn Du es nicht schaffen kannst eine Besonderheit zu erreichen, scheiterst Du.

„Ich armes Geschöpf, das gescheitert ist und es nicht geschafft hat, weil die Welt mich ungerecht behandelt hat und meine Lebensumstände waren sehr nachteilig für mich“.

„Und ich hatte einen schlechten Start ins Leben!“

Auf diese Weise kann ein Bild von „Ich“ geformt werden, von jemand, der ungerecht behandelt wurde.

Und so kannst Du das dem Inhalt Deines Verstandes hinzufügen.

Das ist eine von vielen Möglichkeiten.

Ungerechte Behandlung durch die Welt, oder von einer bestimmten Person, oder Deinen Eltern.

Auch das kann ein sehr starkes Empfinden von „Selbst“ bewirken.

Ein Empfinden von gescheitert sein.

„Ich bin gescheitert in den Augen der Welt!“

„Ich hatte einige Chancen“ oder „ich hatte niemals eine Chance“ und „irgendwie hat es nicht hingehauen und ich habe es nicht geschafft“.

Ein sehr unglückliches empfinden von „Selbst“, eine Leid getränkte Empfindung von „Selbst“. Auch das gibt Dir eine Identität.

Du kannst mit anderen darüber sprechen, weshalb Du so leidgeprüft bist und was die Welt Dir angetan hat, oder was auch immer es ist.

Auf diese Weise kannst Du Deine arme „Ich“ Identität festigen und andere sind gewillt, dass zu bestätigen.

Sie hören Dir zu und sagen: „Ja, Du hast recht!“

Eine Frau kam zu mir, um sich Rat zu holen. Ihre Hauptgeschichte war, wie unglücklich ihre Ehe war. Sie dachte fortlaufend darüber nach, wie schwierig ihr Ehemann war, mit dem sie lebte.

Sie reagierte immer auf sein Verhalten.

Was immer er tat verärgerte sie. Wie er aß, wie er da saß, wie er sprach.

Ihre Empfindung von „Selbst“ basierte auf dieser reaktiven Verärgerung und aller Denkaktivität darum herum.

Eines Tages zeigte ich ihr auf, dass Sie ihn entweder verlassen konnte, oder ihr reaktives Denkmuster beobachten könnte, mit dem sie sich identifiziert hatte, und ihm zu gewähren, wie er war anstatt darauf zu reagieren.

Es gab einen Moment, in dem sie die Möglichkeit der Freiheit gesehen hatte, in dem sie diese verstand-basierte Empfindung von „Selbst“ aufgeben würde. Aber dann sagte sie: „Aber wenn ich das aufgebe, was würde mir dann bleiben?“

Ihr Gefühl war „ich brauche das, wer bin ich ohne das?“

Ein Denkmuster, mit dem ich mich für 20 oder 30 Jahre identifiziert habe, wenn ich das aufgebe, wer bin ich dann?

Wenn ich meine traurige Geschichte aufgebe (das trifft auf viele Leute zu ), wer bin ich dann?

Wenn eine bestimmte Empfindung von „Selbst“ im Verstand erst einmal etabliert ist, gibt es eine große Abneigung dies aufzugeben.

Jeder Therapeut weiß, wie stark der Zwang ist gewahr werden zu sabotieren.

Wie stark der Zwang ist, an der Empfindung von „Selbst“ festzuhalten.

Eine Person die denkt, sie hat es geschafft, und eine Person, die denkt sie ist gescheitert sind zwei Extreme. Die meisten Leute schwanken irgendwo dazwischen.

Für einige Zeit denken sie, es geht ihnen gut und dann macht jemand eine kritische Bemerkung und reduziert ihre Empfindung von „Selbst“.

Es ist wichtig zu sehen, dass egal wie erfolgreich Du scheinst, in den Augen der Welt, die Empfindung von „Selbst“, die vom eigenen Denken abgeleitet wurde, ist niemals erfüllt und erleichtert für längere Zeit.

Es liegt in der Natur der verstand-basierten Empfindung von „Selbst“, sich unerfüllt zu fühlen und einen Mangel zu empfinden.

Es ist ein allgemein übliches Missverständnis, zu glauben, dass sich jemand vollständig fühlt, wenn er verschiedene Dinge zum Bild wer er ist, hinzufügt. Beispielsweise akkumuliertes Wissen, Anerkennung von anderen Leuten, eine wunderschöne Frau, ein reicher Ehemann, ein neues Haus oder ein teures Auto usw.

Es ist ein Missverständnis, dass Du Dich vollständig fühlen wirst, durch Hinzufügen dieser Dinge.

Dass Du schlussendlich dadurch „ankommst“ und es ein Happy Ending zu Deiner Storry gibt.

Aber Du kannst nicht herausfinden, wer Du wirklich bist, in dem Du die Zukunft benutzt, um weiteren Inhalt zum „Ich“ hinzuzufügen und auf diese Weise Vollendung zu finden.

Ich sage nicht, dass Du nicht mehr Wissen oder Expertise Deinem Leben hinzufügen sollst. Das ist alles wunderbar.

Sicher, Du brauchst die Zukunft, um neue Dinge zu lernen und neues Wissen zu akquirieren. Für all das benötigst Du Zukunft.

Aber ein Gefühl von Vollendung oder Erfüllung dadurch zu suchen ist sehr frustrierend.

Du kommst niemals an dieser Empfindung von „Selbst“ an, wenn Du endlos mehr Inhalt hinzufügst.

Es ist niemals genug.

Es fühlt sich vielleicht für eine kleine Weile als genug an. Aber schon bald realisierst Du: „Ohh, das war es nicht!“

Du könntest ein Bild von Erfolg in materieller Hinsicht formen und versuchen Erfüllung zu finden, in dem Du mehr Dinge zu Deinem Leben hinzufügst und Dich damit identifizierst. Das fühlt sich gut an, für eine Weile.

Du hast das Auto und das große Haus, alle Fallen von materiellem Erfolg. Es fühlt sich für eine kleine Weile gut an diese Dinge zu haben.

Zu Beginn, wenn Du in Deinem neuen Auto sitzt, fühlt es sich gut an. Andere bemerken Dich. Aber nach einer Weile trägt sich das ab.  Nach einer Weile bist es Du, der in dem Ding sitzt, es hat 4 Räder und bringt Dich von A nach B.

Ja, es ist komfortabler als in anderen Autos. Aber es erfüllt Dich nicht mehr so wie zu Beginn.

Sehe den Trugschluss, Dich selbst in der Zukunft zu suchen.

Sehe den Trugschluss, Dich selbst außerhalb von Dir selbst zu suchen.

Die eine Sache, die nicht vom Leben separiert werden kann, ist der Bereich des JETZT.

Leben ist immer JETZT.

Niemand kann das in Frage stellen.

Und das JETZT fast immer und fortlaufend zu verpassen, weil man eine mentale Abstraktion der Zukunft jagt, – was ist das für ein Leben?

Das zu tun bedeutet, die eine Sache zu vermissen, die real ist für eine mentale Projektion. Die eine Sache, nach der Du in der Zukunft Ausschau gehalten hast, damit Du Dein „Selbst“ zum Abschluss bringen kannst, ist bereits da – es ist der gegenwärtige Augenblick, das JETZT.

Auf einer tieferen Ebene ist bereits diese Empfindung von Leichtigkeit und Lebendigkeit und von Liebe.

Du kannst herausfinden, dass alles, was es braucht bereits da ist und das es nicht den Abschluss von Deiner Story in Deinem Kopf bedarf .

Deine Story wird sich entwickeln, in irgendeiner Weise, dass ist klar.

Aber der Abschluss dieser Story wird nicht benötigt.

Es ist seltsam. Aber wenn Du nicht mehr darauf angewiesen bist, dass Deine Geschichte „aufgeht“,  funktioniert es auf einmal ziemlich gut.

Jesus sagte: Kenne die Wahrheit und die Wahrheit macht Dich frei.

Er sprach nicht über eine abstrakte Wahrheit, sondern über eine unverzichtbare Wahrheit.

Die Wahrheit wer Du bist.

Der Kern Deines Wesens.

Das gibt Dir Freiheit.

Aber dann erwiderten seine Jünger: Wir sind frei, wir sind niemandes Sklaven.

Man muss hier hinter die Worte schauen.

Ihr seit die Sklaven von Sünde! antwortete Jesus.

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Sünde, wie es in der Bibel benutzt wurde, war, am Ziel vorbei schießen (das Ziel verfehlen).

Das Ziel der menschlichen Existenz verfehlen.

Ich würde Sünde übersetzen als „Unbewusst-sein“.

Ihr seit Sklaven von „Unbewusst-sein“.

Ihr seit Sklaven von der Konditionierung Eures Denkens.

Es ist nichts persönliches darin, denn es ist der Zustand der Menschheit seit tausenden von Jahren menschlicher Konditionierung.

Spirituelle Traditionen sprechen von Befreiung, Freiheit, Erlösung, das Ende von Leiden, Selbstrealisierung.

Freiheit von was?

Freiheit vom Verstand.

Freiheit von einem Zwang mit Zeit, mit Vergangenheit und Zukunft.

Freiheit von Leiden und von einem mental abgeleiteten Empfinden von „Selbst“, das die Geschichte im Kopf formt.

Ich bin hier, um Dir die guten Neuigkeiten zu erzählen.

Es gibt die Möglichkeit von Freiheit, von der limitierten Empfindung und von „Selbst“.

Im Jetzt kannst Du Deiner wahren Identität bewusst werden.

Gott oder Liebe, sind der Kern, von dem wer Du wirklich bist.

Gott ist nicht eine Entität, die irgendwie im Raum ist und alles kontrolliert.

Es ist der Kern Deines Wesens, Dein wahres Selbst.

Du findest diesen Kern tief in der drin.

Und das Wunderbare ist, dass Du keine Zeit dafür benötigst. Zeit ist das, was Du definitiv nicht brauchst, um zu wissen wer Du bist.

Du weißt das nur JETZT!

Und das steigt auf, wenn Du in einem Bewusstseinszustand bist, den ich Präsenz nenne. (Anm.: Eine besonders intensive Anwesenheit im gegenwärtigen Augenblick).

Das ist ein Zustand, in dem Denken in Betrieb sein kann, aber es ist dann nicht mehr zwanghaft.

Um wirklich zu wissen wer Du bist,  über Name und Form hinaus, musst Du in das JETZT eintreten.

Du kannst in das Jetzt durch mehrere Pforten eintreten.

Eine dieser Pforten ist ,dass Du alles akzeptierst, so wie es ist und Dich diesen Gegebenheiten nicht widersetzt.

Du kannst nicht gut darin werden, durch eine Pforte zu gehen. Entweder Du gehst hindurch oder Du lässt es sein.

Es gibt wie gesagt mehrere Pforten. Egal welche Du benutzt, es beinhaltet gleichzeitig die Anderen.

Um durch eine der Pforten in das Energiefeld des gegenwärtigen Moments zu gehen, muss nichts dem hinzugefügt werden, was Du jetzt bereits bist.

Das ist das Schöne daran.

Und das ist sehr seltsam für das Denken.

„Du meinst NICHTS muss zu dem winzigen ICH, mit seiner unbefriedigenden Geschichte hinzugefügt werden?“

„Das ICH, dass es nicht geschafft hat bis jetzt?“

„Es gibt eine solche Unmenge, die nicht richtig ist in meiner Lebenssituation!“

„Wie kann es wahr sein, das nichts hinzugefügt werden muss?“

Wie ich weiter oben erwähnt habe, ich rede nicht darüber etwas auf der Ebene der Person hinzuzufügen.

Du kannst auf dieser Ebene Dinge hinzufügen, zu Deinem gespeicherten Wissen, zu Deiner Expertise.

Du kannst eine neue Sprache lernen, oder wie man einen Computer benutzt, oder Du kannst eine Aktivität hinzufügen, wie Skifahren zu lernen.

Das alles kann ein Vergnügen sein.

Aber Du brauchst das nicht um Dich selbst zu vollenden.

Und wenn Du nicht gut in diesen Sachen bist, ist das auch ok. Es spielt keine Rolle.

Aber auf einer tieferen Ebene, soweit es das betrifft, wer Du wirklich bist, muss nichts hinzugefügt werden. Das ist erstaunlich!

Das ist nicht etwas, was man glauben soll. Es ist etwas, dass man realisieren muss, als befreienden Effekt und als vollständiges Wesen.

Diese Realisierung ist, dass der Zustand von Präsenz bereits in Dir vorhanden ist und einfach nur verhüllt ist, von der mentalen Geräuschkulisse.

Und es ist verdeckt vom verstand-basierten „Selbst“, das sagt:

„Nein das ist nicht wahr!“

„Ich bin nicht genug jetzt!“

„Ich brauche mehr von diesem oder jenem für meine Identität!“

Aber Du brauchst nicht mehr für Deine Identität. Du brauchst mehr für andere Zwecke, aber nicht für wer Du bist – die Essenz Deines Wesens.

Dies ist meine Übersetzung von einem englischsprachigen Vortrag von Eckhart Tolle.

Create Yourself

 

Ralf Stofer
(Buchautor und Outdoor Lifecoach)

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